Nation? Gemeinschaft? Heimat? "Warum wir dieses Land nicht lieben"

29.01.2016 19:00 Uhr RadioRaum, Beyerlestr. 1, 78464 Konstanz 19 Uhr

Patriotismus, die Liebe zu Heimat und Nation gilt als selbstverständlich, sogar natürlich. Für die Liebe zur Nation muss man nicht argumentieren. Schon die Frage nach Gründen dafür wirkt seltsam, fast zersetzend. Dennoch! Es gibt gute Gründe, sich einmal Klarheit darüber zu verschaffen, was das eigentlich ist – die Nation und das zu ihr gehörende nationale Gefühl.
Dazu wollen wir folgende Thesen begründen und zur Diskussion stellen:

Nation ist die Verklärung einer Gesellschaft, die auf Konkurrenz beruht und aus Klassen besteht. Während sich ihre Mitglieder im Alltag gegenseitig in die Quere kommen und die ökonomischen Nutznießer die Lohnabhängigen schädigen, wird zur nationalen Feierstunde die Gemeinschaft beschworen.
Nation ist die Verklärung eines Zwangszusammenhangs. Kein Mensch entscheidet frei und nach seinen Interessen, welchem nationalen Verein er wie lange und unter welchen Bedingungen angehören möchte – und natürlich ist das schon gar nicht.
Die Begründungen für die nationale Gemeinschaft sind unhaltbar. Vorstellungen, dass gemeinsame Sprache, Geschichte und Abstammung eine Gemeinschaft schweißen sind sehr populär aber wenig stimmig.
Nation ist die zentrale Ideologie über Staat und Gesellschaft. Diese Gesellschaft braucht das verlogene Gerede von der nationalen Gemeinschaft.
Nation braucht Identifikation, Dummheit, Gefühlsduselei, Fahnen und Phrasen.

Aber gibt es nicht auch den guten, den harmlosen Patriotismus? Viele, die sich am überschäumenden Nationalismus der Ausländerhasser, der Fußballfans, der Stammtische stören, plädieren für eine aufgeklärte, respektvolle, die Vorzüge aller Nationen anerkennende und niemanden ausgrenzende oder herabwürdigende Form der Heimatliebe. Gibt es die?

 

Weitere Fragen oder Anmerkungen?
Email an